Beratung
für betroffene Anleger
27.08.2013

Schiffsfonds in der Krise

Schiffsfonds in der Krise

Schiffsfonds hatten lange Jahre einen vergleichsweise guten Ruf auf dem Kapitalanlagemarkt. Sie galten als relativ wertstabile Anlage mit überdurch-schnittlichen Renditemöglichkeiten. In den letzten Jahren seit 2000  wurden von Anlegern in Deutschland daher zweistellige Milliardenbeträge in Schiffsfonds investiert. Die Politik förderte die Schiffsfonds durch die Anerkennung von steuer-lichen Gestaltungen. Kapitalanleger konnten entweder eine Direktbeteiligung an dem Fonds oder eine mittelbare Beteiligung über einen Treuhänder erwerben. Der Schiffsffonds selbst bestand aus einem oder mehreren Schiffen, die Renditen für die Anleger erwirtschaften sollten. Es handelte sich also um eine unternehmer-ische Beteiligung. Dies bedeutete, dass die Anleger die Chancen und Risiken der Weltwirtschaft unmittelbar zu spüren bekamen. Befand sich die Weltwirtschaft im Wachstum, konnten überdurchschnittliche Gewinne erzielt werden, lief es hingegen nicht so gut hatten die Gesellschafter das volle unternehmerische Risiko zu tragen. Ab 2008 kam es zur Krise auf dem Weltmarkt und so war es für die DSchiife schwer die prospektierte Rendite zu erwirtschaften. 

Zweck der Schiffsfondsbeteiligung

Der Zweck der Beteiligung an einem Schiffsfonds liegt für Anleger primär in der Erzielung von Renditen zwischen 6 und 8 % p.a.  Hinzu kommen steuerliche Anreize da die Anleger durch ihre Beteiligung in der Regel negative Einkünfte aus Gewerbetrieb erzielen. Erwirtschaftet der Fonds - insbesondere in der Anfangszeit - Verluste, können die Anleger diese steuermindernd gegenüber dem Finanzamt geltend machen. Seit 1999 gilt bezüglich der erzielten Gewinne die Tonnagesteuer, sodass nicht der tatsächlich erzielte Gewinn, sondern lediglich ein fiktiver Gewinn versteuert werden muss.

Risiken der Schiffsfondsbeteiligung

Zahlreiche Schiffsfonds befinden sich in seit 2008 wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Einige Fondsgesellschaften befinden sich sogar in Insolvenz. Für die betroffenen Anleger dieser Fonds stellt sich daher die Frage, welche Handlungsoptionen bestehen.

Von Banken oder freien Finanzberatern wurden Schiffsfonds nach den Erfahrungen der Fachanwälte für Bank- und Kapitalanlagerecht häufig als sichere Anlagen angeboten. 

Wie die Anleger nun erfahren mussten und müssen, ist eine derartige Aussage leider nicht zutreffend. Die versprochenen Ausschüttungen fallen oftmals aus, teilweise sind sogar erhaltene Ausschüttungen zurück zu erstatten.

Falls sich der Schiffsfonds bereits derart in der Krise befindet, dass Nach-schüsse von den Anlegern gefordert werden, sollte die wirtschaftliche Situation des Fonds kritisch betrachtet werden. Eine generelle Aussage, ob es sinnvoll ist Gelder nachzuschießen, verbietet sich.

Die Anleger sind nicht rechtlos gestellt, insbesondere wenn sie die Fondsanteile nach falscher Beratung erworben haben. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs sind die Anleger anleger- und objektgerecht zu beraten. Anlegergerechte Beratung bedeutet, dass der Berater eine auf die persönlichen Verhältnisse des Anlegers zugeschnittene Anlage zu empfehlen hat. D. h. für einen Anleger, der eine sichere Kapitalanlage nachfragt, sind Anteile an einem Schiffsfonds regelmäßig nicht geeignet.

Objektgerechte Beratung beinhaltet, dass der Kunde ordnungsgemäß und vollständig über die Risiken und Eigenschaften des Anlageobjekts zu informieren ist. Hierunter fällt beispielweise der Hinweis auf mögliche Verlustrisiken, auf die Gefahr, dass die Ausschüttungen ausfallen können oder auch auf die kick-backs. Eine Hinweispflicht auf die versteckten Provisionen bejaht der Bundesgerichtshof in den Fällen, in denen die Beratung von einem Mitarbeiter einer Bank durchgeführt wird.

Wurde der Anleger fehlerhaft oder unzureichend beraten, so kann er Schadenersatz von dem Beratungsunternehmen bzw. der Bank fordern. Hat der Anleger die Beteiligung bereits veräußert, so wird die Differenz zwischen dem Einstandspreis und dem Veräußerungserlös als Schaden geltend gemacht. Hält der Anleger die Beteiligung noch, so fordert man die Erwerbskosten der Fondsanteile und bietet im Gegenzug der Bank bzw. dem Beratungsinstitut die Beteiligung an. In beiden Fällen kann daneben noch ein entgangener Gewinn geltend gemacht werden.

Anleger, die sich im Zusammenhang mit Schiffsfonds falsch beraten fühlen, sollten sich daher an eine auf Kapitalmarktrecht spezialisierte Kanzlei wenden.

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