Beratung
für betroffene Anleger
16.08.2013

Schiffsfonds in der Krise - Geschlossene Schiffsfonds im Fokus

Schiffsfonds in der Krise - Geschlossene Schiffsfonds im Fokus

Schiffsfonds haben ihre Ursprünge im Deutschland der siebziger Jahre. Damals war das Hauptziel, möglichst hohe Steuereinsparungen zu generieren. Diese Zielsetzung hat sich später zu einer renditeorientierten Anlage verschoben, weil sich die steuerrechtlichen Rahmenbedingungen grundlegend geändert haben.

Was sind geschlossene Schiffsbeteiligungen?

Schiffsbeteiligungen sind in den meisten Fällen in der Rechtsform einer Kom-manditgesellschaft strukturiert. Als Handelswährung dient der US-Dollar. Bei einer Zeichnung eines Schiffsfonds in Euro ist das Investment trotzdem i.d.R. als dollarbasiert anzusehen. Durch die Beteiligung als Kommanditist an einer Schiffsbeteiligung wird der Privatanleger zum (Mit-) Unternehmer und partizipiert somit ab dem Tag seines Beitritts von der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens "Schiff". Die Beteiligung erfolgt direkt ode rüber einen Treuhänder. 

Es werden Ein-Schiffs-Fonds und Dachfonds mit mehreren Schiifen aufgelegt. 
Wesentliche Erfolgsfaktoren für das Gelingen des Schiffsfonds sind deshalb

- der Einkaufspreis des Schiffes oder der Schiffe,

- die Dauer sowie die Konditionen der fest abgeschlossenen Charterverträge,

- die Kosten des laufenden Betriebes  

- die Auslastung und schließlich 

- der Verkaufserlös bei Ablauf des Schiffsfonds. 
Das eingesetzte Kapital der Anleger wird für den Bau bzw. Erwerb der Schiffe verwendet. Der Ertrag für den einzelnen Anleger soll in einer nachgeschalteten Nutzungsphase der Schiffe erwirtschaftet werden.

Welche Arten von Schiffen gibt es in den Schiffsfonds?


Der Anleger kann in verschiedene Formen des Schiffsverkehrs investieren. Am gängigsten sind hier sog. Containerschiffe. Dabei handelt es sich um kleinere Zubringer die zwischen 500 TEU und 8.000 TEU transportieren können.

Auch Tanker waren lange Zeit im Visier der Anleger. Insbesondere als die alten Einhüllentanker wegen Umweltvorschriften durch zeitgemäße Doppelhüllentanker ersetzt werden mussten.

Bulker hingegen sind Massengutschiffe die trockene Massengüter befördern.

Welchen Risiken sind Anleger bei Schiffsfonds ausgesetzt?

Die größten Risiken bestehen für Anleger beim Einkaufspreis des Schiffes, den Vermittlungsprovisionen der Vertriebe. Ferner die für die Nutzungsphase geschlossenen Charterverträge und die Betriebskosten des Schiffes.  

Schiffsfonds als Steuersparmodell:

Wie sich gezeigt hat, stimmen die Rahmenbedingungen oft nicht mit der prospektierten Rendite überein. Ein zu hoher Kaufpreis, hohe Vertriebskosten, Fehler in der Berechnung der laufenden Kosten, Probleme bei der Charter für das Schiff, die Konkurrenzsituation  usw. 
Neben den hohen Renditen wird vielen Anlegern der Erwerb zudem als sog. Steuersparmodell vermittelt. Bei vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen soll die Tonnagesteuer zu einer erheblichen Vergünstigung des zu versteuernden Einkommens führen.
Wie uns die jüngste Vergangenheit jedoch zeigte, gelten solche Prognosen jedoch nur, wenn die wachstumsorientierte Entwicklung der Weltwirtschaft anhält. Bei stagnierender oder rückläufiger Weltwirtschaft können und konnten die Prognosen nicht mehr eingehalten werden. 

Schiffsfonds und Nachschusszahlungen im Sanierungsfall: 

Viele Anleger haben daher seit Zeichnung der Anlage keine Gewinne erhalten und nicht selten steuert der Schiffsfonds auf eine Insolvenz zu. Die Gesellschaften versuchen diese zumeist noch durch Nachschusszahlungen zu verhindern. Oft fordern die Emissionshäuer ihre Zeichner auch zur Rückzahlung der Ausschütt-ungen auf.

Die Anleger erfahren in diesem Zeitpunkt allzu oft das erste Mal von solchen Pflichten. Welche genauen gesetzlichen Rahmenbedingungen für ihre Beteiligung gelten wurde nie bzw. nur am Rande erwähnt.
Als Anleger beteiligen sie sich mit Eigenkapital an der Gesellschaft. Es handelt sich um eine unternehmerische Beteiligung mit allen Chancen und Risiken. Sie nehmen an dem wirtschaftlichen Ergebnis der Gesellschaft teil.

Schiffsfonds gezeichnet? Was können wir für Sie tun?

Die Kanzlei des Fachanwalts für Bank- und Kapitalanlagerecht betreut derzeit eine Vielzahl von Anlegern solcher gescheiterten Schiffsfonds. Erstes Ziel ist es, für unsere Mandanten eine wirtschaftlich und rechtlich sinnvolle Lösung zu finden. Gerne beraten wir sie über ihre rechtlichen Möglichkeiten.

Wie gehen wir vor? 


Zunächst werden wir ihren Anlagevertrag prüfen, um die genaue Art der Beteiligung zu ermitteln. In einem zweiten Schritt wird das dem Verkauf zugrundeliegende Verkaufsgespräch analysiert. Wenn der Anleger über die konkreten Risiken der Beteiligung aufgeklärt wurden erfolgte die Beratung anlagegerecht Bedingung des BGH.

Zum Vorgehen gehört, dass zugrundeliegende Prospekt auf mögliche Fehler zu überprüfen. Hierbei insbesondere, alle darin aufgeführten Kosten der Beteiligung einer Plausibilitätsprüfung zu unterziehen.

Schließlich werden wir ihren Anlagehorizont ermitteln. Sollte ihnen z.B. die Beteiligung als Altersvorsorge empfohlen worden sein, ist eine Falschberatung naheliegend. Dazu gibt es verschiedene Entscheidungen von Landgerichten und Oberlandesgerichten. Aufgrund der unternehmerischen Beteiligungsform ist der Schiffsfonds für diesen Zweck gänzlich ungeeignet.
Ihnen zustehende Ansprüche können dabei grundsätzlich gegen den Berater/ Vermittler; die Gesellschaft und/oder die finanzierende Bankgerichtet werden

Aus diesem Grund sollte jeder Anleger spätestens, wenn Auszahlungen ausbleiben bzw. Nachschüsse gefordert werden die zugrundeliegenden Verträge durch einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht prüfen lassen.

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